Persönliche Beratung

Der Bereich der Kampfmittelerkundung und –räumung ist bei vielen Bauvorhaben aktueller denn je. Da die meisten Bauherren von diesem Thema zwar gehört oder gelesen haben, im Grunde aber nicht viel damit anfangen können, brauchen sie Informationen, was getan werden sollte, um Unfälle mit Munition zu vermeiden. Hierfür kann zunächst im Internet recherchiert werden; die BGI 833 etwa liefert einige wertvolle Hinweise hierzu und in der Einleitung des Merkblattes „Kampfmittelfrei Bauen“ wird dargestellt, warum das Thema praktisch überall von Bedeutung ist: Allein im 2. Weltkrieg wurden nach der dort dargestellten Übersicht etwa 1,4 Millionen Tonnen Bomben über Deutschland abgeworfen. Bei einer Blindgängerquote von 15-20%, - keiner weiß genau, wie hoch diese wirklich ist - wird geschätzt, dass heute noch etwa 100.000 Tonnen Bomben des 2. WK im Boden liegen müssen. Nicht bekannt ist die Menge der Munition, die noch vom 1. Weltkrieg im Untergrund verborgen ist. Die oben dargestellten Zahlen geben auch keinen Hinweis darüber, wie viel andere Munition außerhalb der beschriebenen Bomben, also etwa Granaten aller Art, Raketen, Minen, Torpedos usw. noch gelagert, vergraben, verschossen, verlegt usw. wurden. Gleichgültig, wie viele 100.000t Munition genau noch im deutschen Boden liegen – es ist noch außerordentlich viel vorhanden und sie könnte grundsätzlich überall, auf jedem m² Boden in Deutschland, vorhanden sein. Allein blind gegangene Flakgranaten, die mehrere Kilometer weit fliegen, könnten in Bereichen verborgen sein, in denen der Krieg niemals erkennbar stattgefunden hat. Auch versprengte Munition oder Kampfmittel, die von Wehrmachtssoldaten und Frontrückkehrern irgendwo vergraben wurde, bevor die Alliierten kamen, könnte grundsätzlich überall liegen – und luftsichtig nicht erkannt werden.

Von Bedeutung bei allen Überlegungen vor Baubeginn ist sicherlich auch, dass die von Munition ausgehende Gefährdung, etwa durch Korrosion oder schlagempfindlichere Sprengstoffe im Laufe der Jahre keinesfalls geringer geworden sein muss, im Gegenteil. Immer wieder finden sich Artikel in den Zeitungen mit Überschriften wie „Fliegerbombe explodiert – und keiner hat’s gemerkt vom 16.06.2011 in der AZ oder „Fünf-Zentner Bombe explodiert in einem Waldstück bei Harb (Artikel vom 30.06.2009). Auch in Wien hat es in einer Gärtnerei vor einigen Jahren eine Selbstdetonation gegeben – mit einem etwa 12m großen Krater. Der Inhaber der Gärtnerei hörte nachts wohl nur einen lauten Knall und war am nächsten Tag beim Anblick des gewaltigen Kraters mehr als überrascht. Was passiert wäre, wenn das Gelände gerade in diesem Augenblick bearbeitet worden wäre, mag man sich nicht vorstellen. Gefährdungen durch Munition sind damit allgegenwärtig, pot. fast überall möglich und sie werden es wohl auch noch über einige Jahrzehnte bleiben.

Neben der Luftbildauswertung zur Ersteinschätzung potenziell mit Munition belasteter Bereiche spielt heutzutage vor allem auch die deutlich verbesserte technische Erkundung eine wesentliche Rolle für eine erfolgreiche Kampfmittelsuche. Hierdurch können v.a. Personen immer besser geschützt werden, wenn die richtigen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr eingesetzt werden. Dass hiermit oft auch Zeit- und erhöhte Kosten verbunden sind, mag vielen Bauherren zunächst als ausgesprochen unpopulär erscheinen. Das Gewerk ist oft ähnlich unbeliebt, wie die Archäologie oder die Altlastensanierung. Wenn jedoch tatsächlich Munition im Baufeld im Zuge eines Räumauftrages gefunden, gesichert und vernichtet wurde, sind die Bauherren i.d.R. mehr als glücklich, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Und wenn keine Munition vorhanden war, ist eine fachgerecht erteilte Freigabe und eine sichere weitere Baumaßnahme ähnlich viel wert.

Wir haben zwischenzeitlich über 25 Jahre lückenlose Erfahrung im Bereich der Entmunitionierung. Gerne beraten wir Sie unverbindlich und kostenfrei bei neuen Bauvorhaben und erstellen sinnvolle sowie für den AG wirtschaftliche Konzepte zur Kampfmittelnachsuche.